Gartentage Borken

Schöneberg

Wir sollten Strandhafer anpflanzen, lautete der Ratschlag eines Besuchers, der 1997, im ersten Jahr nach unserem Einzug am Dülmener Weg 141 Haus und Garten besichtigte. In der Tat, der Boden hatte sehr viel Ähnlichkeit mit Dünen. Es handelt sich um den gelben Sand, der in diesem Teil Borkens typisch ist und sich auch auf dem nahe gelegenen Fliegerberg befindet.

Das ca. 900 m² große Grundstück hatte nur durch Zukauf eines Streifens ehemaligen Bahngeländes einen Zuschnitt erhalten, das man hier bauen konnte. Als „Randstück“ hatte es vorher zu viele Ecken gehabt. Nun standen der Bebauung aber Eichen und Kiefern im Weg. Es war uns wichtig, möglichst viele der Bäume zu erhalten, und so erhielt unser Haus auch einige Ecken mehr als üblich, damit es zwischen die größten Eichen, die erhalten werden sollten, passte.

Als es an die Gestaltung des Gartens ging, waren die vielen Bäume problematisch, denn ein großflächiges Abfahren des gelben Oberbodens war technisch nicht zu bewerkstelligen und finanziell wäre ein Abtragen zwischen den Bäumen nicht möglich gewesen. So kam es zu dem schon beschriebenen ersten Eindruck.

Ein gewisser Dickkopf gehört sicher schon dazu, die vielen Ratschläge und Prognosen in den Wind zu schlagen und es mit einem behutsamen Anpassen an die Gegebenheiten zu versuchen. Heute stellt sich der Garten als ein Schattengarten dar, der mit seinen 18 Eichen (zwei der Bäume werden auf ca. 150 Jahre geschätzt, die anderen sind zwischen 60 und 100 Jahre alt) einen ganz eigenen Charakter aufweist. Es gibt keine Rasenflächen. Die zahlreichen und vielfältigen Stauden sowie Gehölzpflanzen bilden nun einen interessanten Gegensatz zu den klassischen Gärten.

In den Jahren seit der ersten Anlage hat sich der Garten immer wieder gewandelt. Einige Pflanzen, die laut Literatur gerne im Schatten wachsen, fanden keine idealen Bedingungen vor und hielten sich nicht lange, andere haben sich auf dem leichten, aber trockenen, Boden gut akklimatisiert und bieten sich als ideale Gewächse an. Dazu gehören Hosta-Sorten, von denen ca. 30 Arten im Garten an verschiedenen Stellen wachsen. Auch die Hortensien sind mit 17 Arten vertreten. Für eine gewisse Ruhe sorgen Immergrüne wie Eiben, Koniferen und Buchsbäume, die mit dem lichten Schatten der Eichen und ihren Wurzeln zu Recht kommen.

Der Garten unterliegt einer stetigen Optimierung und Veränderung. So war im zweiten Jahr nach unserem Einzug ein Wassertrog schon Anziehungspunkt für Frösche und Kröten. Die Wasserfläche wurde immer mehr erweitert und 2008 wurde der Teich in seiner jetzigen Größe fachmännisch angelegt. Er bietet nach wie vor Kröten und Fröschen eine Heimat, außerdem schwimmen dort Goldfische, Shubunkins und ein Karpfen. Die drei Katzen des Hauses haben noch keine Möglichkeit gefunden, hier zu angeln. Sie müssen mit den Fischen genauso leben wie mit den zahlreichen Vögeln, die aus dem nahe gelegenen Waldstück immer wieder in den Garten kommen und hier, Katzen zum Trotz, zahlreich brüten.

Verschiedene Sitzgelegenheiten ermöglichen das Beobachten der Tierwelt genauso wie eine Betrachtung der Pflanzen. Dabei wurde darauf geachtet, dass Sonnen- und Schattenplätze zur Verfügung stehen.

Die Wege, die durch den Garten führen, sind nur zum Teil gepflastert. Eine Begrenzung mit Sandsteinen und ein Bodenbelag aus leichtem Schotter tragen dazu bei, das der Garten natürlich wirkt.

Bereits seit dem ersten Jahr nach Einzug wird der Boden mit Kompost verbessert. Auf den Einsatz von Chemie verzichten wir weitgehend. Wir bemühen uns darum, die Vorgaben der Natur so zu berücksichtigen, dass der Garten als naturnah bezeichnet werden kann.

Dülmener Weg 141, 46325 Borken Route zu diesem Garten (via Google Maps)

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